Der Weg zur Europameisterschaft führt über Wiesbaden

(Wiesbaden) – Neben den internationalen Stars der Dressurszene steht in diesem Jahr besonders der deutsche Nachwuchs im Schlosspark im Rampenlicht. Denn dem Wiesbadener Veranstalterteam um Dressurchef Jochen Kettner ist es gelungen, das Pfingstturnier zur ersten Sichtungsveranstaltung für die Europameisterschaft der Junioren und Jungen Reiter zu machen. „Die Tour wurde auf Wunsch der Deutschen Reiterlichen Vereinigung als dauerhafte Sichtung für die Europameisterschaft ausgesucht. Es war das Bestreben, den Reitern in einem außergewöhnlichem Rahmen die Möglichkeit vor internationalem Richterkollegium im Hinblick auf die Euro reiten zu können.“, so Kettner.

Unterstützung erhielt das Vorstandmitglied des WRFC e.V. in diesem Fall besonders von DOKR-Dressurauschuss-Mitglied Klaus-Martin Rath, der die Ausrichtung der Sichtung vor dem Biebricher Schloss sofort befürwortete. „Wir wollten nicht mehr den Preis der Besten als Sichtungstermin, weil dieser Termin zu früh im Jahr liegt und die Reiter noch wenige Chancen auf Turniereinsätze hatten. Dazu ist es das erste Freilandturnier, so dass für viele Pferde die Umstellung von der Halle nach Draußen noch ungewohnt ist. So fiel die reelle Beurteilung der Leistung häufig schwer“, erklärt der Vater von Matthias Alexander Rath, der den Sprung aus dem Nachwuchslager in die Oberliga nahtlos geschafft hat und mit 23 Jahren zum jüngsten Deutschen Meister der Dressurszene avancierte. Dass Rath sich besonders darüber freut, die Sichtung in den Pferdesportverband Hessen geholt zu haben, dem er seit genau einem Jahr vorsteht, hat noch einen weiteren Grund. Denn auf dem in Kronberg ansässigen Schafhof, dem Familiensitz von Klaus Martin Rath und seiner Ehefrau Ann Kathrin Linsenhoff, wird vom 21. bis 25. Juli 2010 die Europameisterschaft der Junioren und Jungen Reiter ausgerichtet. „Zum dritten Mal dürfen wir auf dem Schafhof nun nach den Euros Anfang und Ende der 80er Jahre ausrichten. Für uns ist das eine Ehre, denn dies ist genau das, was wir auf dem Schafhof traditionell praktizieren: Jugendförderung, bei der sich nun von Sichtungen, Lehrgängen und Training mit der Euro wieder der Kreis schließt“, so Rath

Der Weg zu dem kontinentalen Championat führt die Nachwuchselite aber zunächst nach Warendorf zum Preis der Besten. Dort treten die talentiertesten jungen Reiter aller Altersklassen an, um nicht nur den Titel „Sieger des Preis der Besten“ entgegenzunehmen, sondern sich auch ihre Fahrkarte nach Wiesbaden abzuholen. Denn nach dem Wochenende in Warendorf wird der Nachwuchs-Bundestrainer Hans-Heinrich Meyer zu Strohen, die 15 Namen der Junioren und Jungen Reiter bekanntgeben, die sich bei der Sichtung im Schlosspark dem internationalen Richtergremium zu stellen. „Für die Junioren und Jungen Reiter ist es eine einmalige Chance, bei solch einem hervorragenden internationalen Turnier antreten zu dürfen. Die Anforderungen sind dabei natürlich wesentlich größer, als wenn wir die Sichtung auf dem gewohnten Territorium vor heimischen Richtern in Warendorf austragen“, freut sich Meyer zu Strohen, der zuletzt 2007 in Wiesbaden als Trainer zum Pfingstturnier war. „Und ganz, ganz früher war ich schon mal hier, als die norddeutschen Reiter im Schlosspark noch an den Reitpferdeprüfungen teilnehmen durften. Da habe ich Familie Schmezer und Baumgart als Pfleger begleitet und brav im Stall geschlafen“. Das muss Meyer zu Strohen als Bundestrainer nun sicher nicht mehr.

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