Turnierstress bei Pferden

Turnierstress bei Pferden
Mit dem eigenen Pferd Reit- oder Springturniere zu gestalten, gehört für ambitionierte Besitzer einfach dazu. Eine grundlegende Nervosität dürften Pferd und Reiter vor sämtlichen Wettbewerben teilen, die schnell zu einem verheerenden Problem für den Vierbeiner werden kann. Turnierstress bei Pferden wird häufig unterschätzt und zeigt sich je nach Tier in unterschiedlichen Symptomen, die von manchen Besitzern ignoriert oder kleingeredet werden. Diese Stressmerkmale rechtzeitig zu erkennen und adäquat auf sie einzugehen, ist für einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem Tier unverzichtbar und hilft neben einer artgerechten Haltung dabei, das Wohlgefühl des Tieres und die Chancen auf einen Turniererfolg zu erhöhen.

Wie sich Turnierstress bei Pferden entwickelt

Die ungewohnte Umgebung, eine Vielzahl von Menschen und anderen Pferden sowie der Ansporn zu Höchstleistungen stellen für jedes Pferd eine Extremsituation dar. Mit seinen sensiblen Instinkten würde jedes freie Pferd die Flucht ergreifen, wenn der Druck solcher äußeren Belastungen zu groß würde. Da dies bei Turnierpferden nicht möglich ist, wissen sich diese in Stresssituation nicht anders als durch das Zeigen körperlicher Symptome zu helfen. Diese reichen von Kotwasser und anderen Ausscheidungen bis zum aggressiven Verhalten oder zur Verweigerung von Nahrung und Wasser, was auf Dauer jedes Pferd körperlich oder psychisch zugrunde richten kann.

Die Instinkte des Tieres, die sich über Jahrhunderte hinweg entwickelt haben, lassen sich selbst mit einer gezielten Zucht und regelmäßigem Training nicht beseitigen. Sogar bei Pferden, die in ihrer gewohnten Umgebung keine Stresssymptome zeigen und das Reitsporttraining gerne absolvieren, können ab dem Betreten des Pferdeanhängers oder beim Aussteigen im ungewohnten Turniergelände in Panik verfallen. Die wichtigste Regel für alle Pferdebesitzer ist deshalb, sehr genau auf charakterliche Veränderungen des Tieres zu achten und diese ernstzunehmen. Kotwasser, Durchfall und andere Symptome sollten nicht einfach auf eine unruhige Anreise geschoben, sondern als echte Anzeichen einer Verstörung des sensiblen Tieres verstanden werden.

Die Rolle des Menschen beim Turnierstress

Turnierstress bei Pferden - Die Rolle des Menschen

Turnierstress bei Pferden (© Meyhome / pixelio.de)

Nicht nur für einen Platz auf dem Podium ist bei Reitturnieren das perfekte Zusammenspiel von Mensch und Tier entscheidend. Auch in der Vorbereitung des Turniers, der gemeinsamen Anreise und dem Verhalten auf dem Turniergelände sollte der Mensch als Vorbild für das Tier fungieren. Ist dieses nicht in seiner vertrauten Umgebung und empfindet diese als stressig, wird das Pferd genauer auf das Verhalten seines Halters achten. Sollte dieser ebenfalls von der Nervosität des anstehenden Rennens befallen sein und selbst nicht mit dem Stress der Situation umgehen können, verliert das Pferd ebenfalls an Sicherheit und wird die genannten Symptome zeigen.

Für ratlose Pferdehalter, die schon vieles zur Beseitigung der Turnierangst ihres Pferdes durchgeführt haben, ist ein kritischer Blick auf die eigene Person deshalb empfehlenswert. Wer erkennt, dass die Anreise zu Turnieren mit einem erheblichen Stress verbunden ist oder übertriebener Ehrgeiz und Siegeswille zu nervlichen Überreaktionen führen, sollte nicht sein Pferd für seine Stressanzeichen kritisieren. Ein ruhiges und vertrauensvolles Verhalten am Turnierort signalisiert dem Pferd, dass die äußeren Umstände keine Bedrohung darstellen und die instinktive Flucht nicht notwendig ist. Schließlich sind Reiter und Halter für das Wohl des Tieres verantwortlich, was nicht daran scheitern sollte, dass der Mensch selbst nicht mit der Extremsituation eines Turniers umgehen kann.

Vorbereitung durch Nahrungsergänzung & Co.

Eine umfassende Pflege des Tieres und die richtige Ernährung sind Schlüsselpunkte, um gegen den Turnierstress von Pferden anzugehen. Das Tier sollte beispielsweise nicht für das häufige Absetzen von Kotwasser dadurch bestraft werden, dass zunächst keine Reinigung von Pferdeanhänger oder Box stattfindet. Hochwertiges Heu, viel Wasser und die liebsten Nahrungsmittel des Tieres sollten stets griffbereit sein, um diesem ein Wohlgefühl zuzusichern. Eine Nahrungsergänzung aus dem Fachhandel kann in leichten Stressfällen außerdem dabei helfen, Magen und Darm des Tieres zu beruhigen. Beim Ankauf sollte beachtet werden, dass die Inhaltsstoffe solcher Futterzusätze keinerlei Doping-Wirkung im Sinne des Reitsports aufweisen. Solch natürliche Nahrungsergänzung für Pferde findet man zum Beispiel unter www.kristallkraft-pferdefutter.de

All diese Maßnahmen stellen eine Hilfe für Turnierpferde dar, jedoch sollte Symptome und Ursache niemals miteinander verwechselt werden. Wer es als Pferdehalter schafft, selbst souverän mit dem Stress eines Turniers umzugehen und diese Ruhe an das Pferd weiterzugeben, wird viele der geschilderten Hilfsmittel nicht benötigen. Leider wird in der Praxis oftmals zu spät festgestellt, dass Reiter oder Pferd nicht wirklich turniertauglich sind und die extreme Stressbelastung mehr als ein Hindernis für gute Turnierplatzierungen darstellt. Mit einer gesunden Mischung aus Selbstkritik und großer Tierliebe lässt sich das Problem Turnierstress deshalb am besten angehen!

Bildmaterial: © Meyhome / pixelio.de

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